Lasersintern von Werkzeugen, Funktionsteilen und Prototypen

Selektives Lasersintern ist ein generatives Fertigungsverfahren, das Mitte der 1980er Jahre von Dr. Carl Deckard an der Universität von Texas entwickelt und patentiert wurde. Es dient zur Herstellung von Werkzeugen, Funktionsteilen und Prototypen als Einzelteil oder in Kleinserie. Wie bei anderen Sinterverfahren werden auch beim Lasersintern pulverförmige Ausgangsstoffe wie z.B. Polyamid Kunststoffe verwendet.

Gegenüber konventionellen Verfahren gießtechnischer oder mechanischer Art (Spritzguss oder SLA) hat selektives Lasersintern den Vorteil, dass sich beliebige dreidimensionale Strukturen produzieren lassen und auf Stützstrukturen vollständig verzichtet werden kann. Der gesamte Vorgang ist computergesteuert und basiert auf CAD-Daten im STL-Format, einem Computermodell des zu konstruierenden Werkstücks.

Vor dem eigentlichen Prozess des Lasersinterns wird das 3D-Modell im Computer in Schichtdaten umgewandelt und aus dem Ausgangsstoff ein Pulverbett von wenigen Zehntelmillimetern Stärke auf der Bauplattform vorbereitet. Ein Laser brennt nun eine einzelne Ebene der Schichtdaten in das Pulverbett, wodurch das Ausgangsmaterial gezielt zusammen gebacken, bzw. eingeschmolzen wird. Anschließend wird die Bauplattform um eine Ebene abgesenkt und ein neues Pulverbett wird aufgetragen.

Der Prozess des Lasersinterns wiederholt sich so lange, bis alle Schichtdaten verarbeitet sind und das Werkstück fertiggestellt ist. Anschließend werden alle überflüssigen Werkstoffreste entfernt und das fertige Produkt wird gekühlt, um ein Verziehen des Bauteils zu verhindern. Üblicherweise entstehen durch selektives Lasersintern recht raue Oberflächenstrukturen, die auf Wunsch gesondert nachbearbeitet werden können.

SLS Lasersintermaschine für Lasersintern

Selektives Lasersintern eignet sich ideal für Rapid Prototyping, Rapid Tooling und Rapid Manufacturing. In kürzester Zeit lassen sich funktionstüchtige Prototypen und Werkzeuge mit Werkstoffeigenschaften herstellen, die bereits den Anforderungen eines Serienteils nahekommen und die sich durch hohe thermische und mechanische Belastbarkeit auszeichnen. Durch selektives Lasersintern ist es darüber hinaus möglich, verlorene Modelle für Gussformen zu produzieren, die für Fein- und Spritzguss eingesetzt werden können.

Ein weiterer Vorteil des Selektiven Lasersinterns besteht in der Möglichkeit, auch komplizierte Strukturen mit sogenannten Hinterschneidungen anzufertigen, die mit herkömmlichen Verfahren nicht oder nur sehr schwer und mit großem Zeitaufwand herzustellen wären. Das wird durch die Technik des schichtweisen Aufbaus des Werkstücks aus dünnen Pulverlagen mittels Lasersintern erreicht.


Selektives Lasersintern wird u.a. in folgenden Bereichen eingesetzt:

  • Luftfahrt
  • Raumfahrt
  • Automobilindustrie
  • Zahnmedizin
  • Werbeindustrie
  • Industrielle Bauteile
  • Produkte für Endverbraucher
  • u.v.m.

Galerie Selektives Lasersintern

SLS Werkstück
SLS Werkstück
SLS Werkstück
SLS Werkstück
SLS Werkstück