Vakuumgießen, Vakuumgießteile und Vakuumguß

Herstellung von Urmodellen und Funktionsmodellen

Beim Vakuumgießen wird aus einem Urmodell eine Gießform aus Silikonkautschuk erstellt. Eine solche Silikonform wird im Wesentlichen anhand von Stereolithographie-Modellen erzeugt und dient als Basis für dieses Verfahren.

Nach Festlegung der Trennebenen sowie des Angusses und gegebenenfalls der Anfertigung von Einlegekernen wird das Urmodell in einem Gießkasten fixiert. Dieser wird sodann mit flüssigem, vorevakuiertem Silikon befüllt und wiederum in die Vakuumkammer verbracht, damit die noch vorhandene Restluftmenge entweichen kann.

Anschließend härtet die Gießform in einem Wärmeschrank aus, um in einem letzten Arbeitsgang entlang der definierten Formteilungsebenen aufgeschnitten zu werden.


Gießform und Vakuumtechnik

Nachdem das Urmodell entnommen wurde, kann die Gießform in einem Wärmeschrank für den ersten Abguss aufgeheizt werden. Die präparierte Gießform wird dann unter Nutzung einer Vakuumkammer mit dem ausgewählten Gießharz befüllt. Das Vakuum dient hierbei der weitgehenden Entfernung von Luft aus der Form und damit von Lufteinschlüssen (Fehlstellen) an den Gießteilen.

Die zwei Komponenten (Harz und Härter) reagieren in der Gießform miteinander. Nach einer exothermen Reaktion des Gemisches härtet das Gießteil aus und kann unter Berücksichtigung einer einzuhaltenden Entformungszeit der Silikonform entnommen werden. Schlussendlich wird das Gießteil noch bearbeitet, Anguss, Steiger (Entlüftungskanäle) und Gratbildung werden sorgfältig entfernt.

Der weiteren optischen Gestaltung sind kaum Grenzen gesetzt. Die fertigen Teile können lackiert, beklebt und bedruckt werden. Auch metallisierte Optiken wie z.B. Chrom, Aluminium und Edelstahl sind möglich.

Mit der Vakuumgießtechnik sind auch 2K-Teile herstellbar, genauso wie es möglich ist, Norm- und Formteile (z.B. Gewindebuchsen und Metallkerne) in den Gießprozess einzubinden.

Silikonformen

Die Silikonformen sind einem Verschleiß unterlegen. Je nach zu verwendendem Gießharz und Ausprägung von Hinterschneidungen sind 15 bis 30 Abgüsse erzielbar. Die Auswahl an 2-Komponenten-Gießharzen (Polyurethane) und den damit verbundenen Materialeigenschaften lässt kaum Wünsche offen.

Sie können sich für Materialien mit Gummi-Eigenschaften in Härten von 20-100 ShoreA entscheiden, wenn es um flexible Bauteile geht. Ebenso steht Ihnen hierfür Silikon in Härten von 7-65 ShoreA zur Verfügung.

Harte Materialien simulieren ABS/PC- oder PA/PP-ähnliche Eigenschaften. Glasfasern können zur Versteifung beigemischt werden.

Ihre Wünsche hinsichtlich Farbe und Oberflächenstruktur der Vakuumgießteile werden im Vorfeld besprochen.

Transparente und wärmeformbeständige (bis 75-200°C) Materialien runden das Spektrum der Materialien ab.